Google Ads · Ratgeber
Google Ads in der Schweiz: Was Klicks kosten und wann sich Ads lohnen
Anfragen ab dem ersten Tag — dafür nur so lange, wie Sie zahlen. Die Rechnung, mit der Sie vorher wissen, ob es aufgeht.
- Ø Klickpreis SchweizCHF 1.20–4.50
- Mindestbudget sinnvollCHF 500/Mt.
- Agenturhonorar10–20 % o. Fixum
- Erste Daten2–4 Wochen
Das Wichtigste in Kürze
- Klickpreise in der Schweiz liegen für lokale Dienstleistungen meist zwischen CHF 1.20 und 4.50 — in Nischen wie Recht, Versicherung oder Sanierung deutlich höher.
- Unter rund CHF 500.– Monatsbudget bekommen Sie zu wenig Daten, um sinnvoll zu optimieren.
- Rechnen Sie vorher: Klickpreis geteilt durch Anfragequote ergibt Kosten pro Anfrage. Passt das nicht zu Ihrem Auftragswert, lassen Sie es.
- Die Landingpage entscheidet über die Hälfte des Ergebnisses. Anzeigen auf eine schwache Startseite zu schicken, ist teure Sichtbarkeit ohne Ertrag.
Wie sich der Preis eines Klicks ergibt
Sie bezahlen bei Google Ads pro Klick, nicht pro Einblendung — und was ein Klick kostet, entscheidet eine Auktion, die bei jeder Suchanfrage neu läuft. Zwei Grössen bestimmen das Ergebnis: Ihr Gebot und Ihr Qualitätsfaktor, in den unter anderem die erwartete Klickrate und die Relevanz Ihrer Zielseite einfliessen.
Der praktische Effekt: Zwei Betriebe können für denselben Suchbegriff sehr unterschiedliche Preise bezahlen. Wer eine Anzeige exakt zum Suchbegriff formuliert und auf eine Seite verlinkt, die genau dieses Thema behandelt, zahlt weniger — teilweise deutlich. Wer alle Anzeigen auf die Startseite schickt, subventioniert die Nachlässigkeit mit höheren Klickpreisen.
Das ist der wichtigste Kostenhebel überhaupt und er kostet kein Werbebudget: eine passende Zielseite pro Anzeigengruppe.
Klickpreise in der Schweiz — Richtwerte nach Branche
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte aus KMU-Konten in der Deutschschweiz. Sie schwanken je nach Region, Saison und Wettbewerb erheblich — als Grössenordnung für eine erste Rechnung taugen sie trotzdem.
| Branche | Klickpreis | Anfragequote | Kosten pro Anfrage |
|---|---|---|---|
| Gastronomie / Reservation | 0.60–1.80 | 4–8 % | 10–40 |
| Coiffeur / Kosmetik | 0.80–2.20 | 4–9 % | 12–50 |
| Fitness / Studio | 1.20–3.00 | 3–7 % | 20–90 |
| Handwerk allgemein | 1.50–4.00 | 5–12 % | 15–70 |
| Sanitär / Notfalldienst | 2.50–7.00 | 8–15 % | 20–80 |
| Zahnarzt / Praxis | 2.00–6.00 | 3–8 % | 30–180 |
| Treuhand / Beratung | 3.00–9.00 | 2–6 % | 60–400 |
| Anwalt / Versicherung | 4.00–15.00 | 2–5 % | 100–600 |
| Umzug / Reinigung | 1.80–5.00 | 4–10 % | 25–120 |
Angaben in CHF. Erfahrungswerte, keine Garantie — die eigenen Zahlen kennt man erst nach vier bis sechs Wochen.
Auffällig ist die letzte Spalte. Bei einem Anwaltsmandat mit CHF 5'000.– Ertrag sind CHF 300.– pro Anfrage gut angelegt. Bei einem Coiffeurtermin mit CHF 70.– Umsatz sind CHF 50.– pro Anfrage tödlich — es sei denn, aus dem Termin wird Stammkundschaft. Genau diese Unterscheidung entscheidet, ob Ads für Sie funktionieren.
Die Rechnung, die Sie vor dem ersten Franken machen sollten
Vier Zahlen genügen, um vorab zu wissen, ob Ads für Ihren Betrieb aufgehen können.
Beispiel: Malergeschäft, Raum Aargau
- Klickpreis: CHF 2.50
- Anfragequote der Landingpage: 6 % → CHF 41.65 pro Anfrage
- Abschlussquote der Anfragen: 25 % → CHF 166.60 pro Auftrag
- Deckungsbeitrag pro Auftrag: CHF 1'200.–
- Ergebnis: CHF 166.– Werbekosten für CHF 1'200.– Beitrag — funktioniert klar.
Gegenbeispiel: Nagelstudio
- Klickpreis: CHF 1.60
- Anfragequote: 5 % → CHF 32.– pro Anfrage
- Abschlussquote: 40 % → CHF 80.– pro Termin
- Deckungsbeitrag pro Termin: CHF 45.–
- Ergebnis: Verlust pro Termin. Ads funktionieren hier nur, wenn ein erheblicher Teil zu Stammkundschaft wird — das gehört in die Rechnung, aber als Annahme, nicht als Hoffnung.
Zwei Grössen kennen Sie vorab: Deckungsbeitrag und Abschlussquote — die stehen in Ihren Büchern. Klickpreis und Anfragequote schätzen Sie zunächst und ersetzen sie nach vier Wochen durch echte Zahlen. Wenn die Rechnung bei konservativer Schätzung nicht aufgeht, lassen Sie Ads und investieren in Local SEO — dort ist die Sichtbarkeit langsamer, aber nicht mietweise.
Wie hoch das Budget sein muss
Es gibt eine Untergrenze, unter der Ads nicht am Geld scheitern, sondern an fehlenden Daten: Wer im Monat 40 Klicks bekommt, kann nichts optimieren, weil aus einer oder zwei Anfragen keine Aussage ableitbar ist.
| Monatsbudget | Klicks (bei CHF 2.50) | Einschätzung |
|---|---|---|
| CHF 200 | ~80 | Zu wenig für Optimierung |
| CHF 500 | ~200 | Sinnvolle Untergrenze lokal |
| CHF 1'000 | ~400 | Belastbare Daten nach 4 Wochen |
| CHF 2'500 | ~1'000 | Mehrere Kampagnen testbar |
Dazu kommen Betreuungskosten. In der Schweiz sind drei Modelle verbreitet:
- Prozentual: 10–20 % des Werbebudgets, meist mit Mindestbetrag von CHF 300.– bis 500.– pro Monat.
- Fixum: CHF 400.– bis 1'200.– pro Monat für Betreuung, unabhängig vom Budget.
- Einmaliges Setup: CHF 800.– bis 2'500.– für Einrichtung, danach pflegen Sie selbst. Für kleine Budgets oft das vernünftigste Modell.
Wichtig zum Rechnen
Bei CHF 500.– Werbebudget und CHF 500.– Betreuung zahlen Sie 50 % Verwaltungskosten. Dann ist entweder das Budget zu klein oder die Betreuung zu teuer. Eine Faustregel: Betreuung sollte unter einem Drittel der Gesamtausgaben bleiben.
Der grösste Hebel liegt nicht in Google Ads
Bei den meisten KMU-Konten, die wir gesehen haben, liegt das Problem nicht in der Kampagne. Die Anzeigen laufen ordentlich, die Klicks kommen — und landen auf einer Startseite, die alles Mögliche zeigt, nur nicht die Antwort auf die Suchanfrage.
Rechnen Sie nach: Eine Verbesserung der Anfragequote von 3 % auf 6 % halbiert Ihre Kosten pro Anfrage. Denselben Effekt über Gebotsoptimierung zu erreichen, ist praktisch unmöglich.
Was eine funktionierende Kampagnenseite enthält
- Dieselben Worte wie die Anzeige. Wer auf «Notfall Sanitär Luzern» klickt, muss diesen Begriff oben auf der Seite wiederfinden.
- Eine einzige Handlung. Anrufen oder Formular — nicht beides gleichwertig und keine Navigation, die ablenkt.
- Telefonnummer als klickbarer Link, mobil oben im Bild.
- Vertrauensbeweise: Bewertungen, Referenzen, Jahre am Markt, Bilder aus dem Betrieb.
- Preisrahmen oder Antwortzeit. «Offerte in 48 Stunden» wirkt stärker als jedes Adjektiv.
- Ladezeit unter 2 Sekunden. Jede Sekunde kostet Anfragen — und bei bezahltem Verkehr direkt Geld.
Für einzelne Aktionen oder Kampagnen lohnt sich eine eigene, fokussierte Seite ohne die üblichen Ablenkungen. Als Zusatzleistung zu einem Website-Projekt ist eine solche Kampagnen-Landingpage meist der kleinste Posten mit dem grössten messbaren Effekt — Details zur Systematik in unserem Ratgeber zur Conversion-Optimierung.
Die sechs Fehler, die Budget verbrennen
- Weitgehend passende Keywords ohne Ausschlussliste. Sie zahlen für «Sanitär Lehrstelle» und «Sanitär Job». Ausschliessende Keywords sind Pflicht, ab Woche eins und laufend.
- Kein Standort-Targeting oder falsch gesetzt. Ein Betrieb in Zug, dessen Anzeigen in der ganzen Schweiz laufen, zahlt für Klicks aus Genf, die nie zu einem Auftrag werden.
- Keine Conversion-Messung. Ohne erfasste Formularabsendungen und Anrufe optimieren Sie auf Klicks. Klicks sind Kosten, nicht Ertrag.
- Anzeigen rund um die Uhr bei einem Betrieb, der nur zu Bürozeiten telefonisch erreichbar ist.
- Alles automatisch laufen lassen, ohne Ziele und ohne Datenbasis. Automatisierte Gebotsstrategien brauchen gemessene Conversions, sonst optimieren sie ins Leere.
- Nach drei Wochen aufgeben. Die erste Phase ist Lernphase. Wer vorher abschaltet, hat nur bezahlt, ohne die Erkenntnis mitzunehmen.
Google Ads ist der einzige Kanal, in dem man Sichtbarkeit mietet. Sobald die Karte gesperrt ist, ist die Sichtbarkeit weg — deshalb gehört immer ein Kanal daneben, der bleibt.
Genau darum ist die sinnvolle Aufteilung für ein KMU meist beides: Ads für den kurzfristigen Zufluss, während Local SEO und Inhalte die dauerhafte Sichtbarkeit aufbauen. Wie viel wohin gehört, steht in Marketing-Budget für KMU.
Häufige Fragen zu Google Ads in der Schweiz
Was kostet ein Klick bei Google Ads in der Schweiz?
Für lokale Dienstleistungen meist CHF 1.20 bis 4.50. In stark umkämpften Bereichen wie Recht, Versicherung oder Notfalldienste sind CHF 5.– bis 15.– üblich. Gastronomie und Detailhandel liegen oft unter CHF 1.50.
Wie viel Budget brauche ich mindestens?
Rund CHF 500.– pro Monat als sinnvolle Untergrenze für eine lokale Kampagne. Darunter sind die Datenmengen zu klein, um zu erkennen, was funktioniert. Dazu kommen Betreuungskosten, wenn Sie nicht selbst optimieren.
Lohnt sich Google Ads für kleine Betriebe?
Es hängt am Auftragswert. Bei einem Deckungsbeitrag von einigen hundert Franken pro Auftrag rechnet es sich meist. Bei Kleinbeträgen unter CHF 100.– funktioniert es nur, wenn aus Erstkunden Stammkundschaft wird.
Was kostet eine Agentur für Google Ads?
Üblich sind 10 bis 20 Prozent des Werbebudgets mit einem Mindestbetrag von CHF 300.– bis 500.–, oder ein Fixum von CHF 400.– bis 1'200.– pro Monat. Bei kleinen Budgets ist ein einmaliges Setup für CHF 800.– bis 2'500.– und Eigenpflege oft wirtschaftlicher.
Ads oder SEO — was zuerst?
Wenn Sie schnell Anfragen brauchen: Ads, aber mit vorher gemachter Rechnung. Wenn Sie Budget für sechs bis zwölf Monate Aufbau haben: SEO, weil die Sichtbarkeit bleibt. Ideal ist beides parallel, mit einem klaren Anteil pro Kanal.